Was ist Ihr Antrieb?

Wiemers, Auktora, Elektroauto

Entwicklung von Elektromotoren für innovative Technologien. Elektromotoren und Elektromobilität. Solarauto.

Elektromobilität fasziniert viele Menschen, sorgt für Aufregung in der Politik, gibt den Medien spannenden Stoff. Die Welt braucht neue Lösungen und frische Köpfe. Man sucht und findet sie und hofft auf Erfolg.

So war es auch mit fünf jungen Menschen, welche noch zu Studienzeiten ein innovatives Projekt betreuten – das Solarauto. Als Studenten dürfen Sie das Auto mitentwickeln und später, übernehmen sie die Leitung als wissenschaftliche Mitarbeiter. Leidenschaftlich entwickeln sie ihre Solarfahrzeuge und testen sie in Wettbewerben wie der World Solar Challenge.
Das seit dem Jahr 1999 fortlaufendes Projekt lebt weiter und neue Solarautos werden jede 2 Jahre gebaut. Im letzten Monat wurde SunRiser auf dem Gelände von Thyssen Krupp in Bochum getestet. Auktora, Elektromotor, SolarautoAllein der technische Faktor reicht aber nicht jedem. Man strebt Unabhängigkeit und freie Hände an, kreiert und gestaltet das eigene Berufsleben und das eigene Unternehmen.
Acht junge Männer treffen sich regelmäßig ein Jahr lang, machen Brainstorming, tauschen ihre Visionen aus. Es dreht sich um Elektromotoren und um ein eigenes Unternehmen. Irgendwann kristallisieren sich zwei Ideen heraus, es bilden sich zwei Gruppen und zwei Unternehmen entstehen.
Auktora entwickelt individuelle elektrische Maschinen sowie komplette Antriebsstränge mit dem Schwerpunkt elektromobile Anwendungen.
Alle fünf Gründer sind von Elektromotoren begeisterte Ingenieure. Einen von ihnen – Matthias Wiemers, geschäftsführender Gesellschafter – treffe ich in seinem Büro in Bochum. Er war derjenige, der den Anstoß für die Gründung der Projektgruppe gab.

DW: Herr Wiemers, was passierte nachdem Sie Auktora gegründet haben? Läuft die Zusammenarbeit wie in Hochschulzeiten?

MW: Wir haben unsere Arbeit in unterschiedliche Bereiche aufgeteilt und übernehmen dementsprechend auch getrennte Verantwortlichkeiten, wie zum Beispiel die Auslegung des elektromagnetischen Kreises, die thermische Simulation und die Konstruktion.

DW: Ein guter von Technik begeisterter Fachmann ist noch lange kein selbstständiger Entwickler und bei weitem noch kein Unternehmer. Warum haben Sie Auktora gegründet?

MW: Bereits während unserer Tätigkeit beim Projekt „Solarauto“ haben wir viele Freiräume genossen. Dann haben wir festgestellt, dass wir nur dann unser volles Potential entfalten können, wenn wir diese Freiräume haben. Wir möchten unsere Ziele selber kreieren und definieren. Wenn man angestellt ist, muss man fremde Ziele akzeptieren und zu den eigenen machen.

DW: Ich hoffe, Sie haben bereits die ersten Kunden gewonnen. Was sind das für Unternehmen?

MW: Wir bekommen Aufträge für die Elektromotoren-Entwicklung, aber auch für Konzepte aus der gesamten Bandbreite des Bereichs Elektromobilität. Unsere Kunden sind OEMs und nicht unbedingt nur Automobilhersteller.

DW: Könnten Sie mindestens einen Kunden nennen?

MW: Aus dem Automobilherstellungsbereich kann ich als Referenz Audi nennen. Über den Inhalt unseres Auftrages darf ich nicht sprechen.

DW: Was erwarten Kunden von Ihnen und warum gehen sie zu einem jungen Unternehmen?

MW: Wir kommen aus Projekten mit höchstgradig effizienter Elektromobilität. Dank unserer Mitarbeit an der Bochumer Hochschule haben wir Kenntnisse über die Simulation von Fahrzeugmodellen erlangt. Als Auktora haben wir das Thema weiterentwickelt um Lastprofile wie den NEFZ-Zyklus zu simulieren. Wir können dem Kunden also schon vor der Entwicklung des Motors sagen, wie der optimale Antriebsstrang für seine Anwendung auszusehen hat. Und ich rede nicht unbedingt nur über Elektroautos. Wir haben Aussichten, dass der Markt für Elektromobilität sich in den nächsten 25 Jahren verfünfzigfacht.

DW: Planen Sie auch die Entwicklung von eigenen Produkten, oder bleiben Sie bei Dienstleistungen für andere Unternehmen?

MW: Der Markt wird uns noch formen und sicherlich übernehmen wir für unsere Kunden unterschiedliche Projekte, aber auch ein eigenes wird geschmiedet.
Wir haben unsere Ideen im Bereich urbane Elektromobilität und werden unser Produkt noch diesen September auf der IAA vorstellen. Das wird unser Baby sein. Wir zeigen damit, was wir können.

DW: Möchten Sie ein reines Konstruktionsbüro bleiben, oder planen Sie ein Labor bzw. eine Werkstatt?

MW: Wir sind dabei, eine Werkstatt aufzubauen. Während unserer Forschungsprojekte an der Hochschule haben wir ja nicht nur entwickelt, sondern auch selbst gebaut. Genau so möchten wir auch weiter vorgehen. Für Entwickler ist es sehr wichtig, die Prototypen selbst bauen zu können.

DW: So viel auf einmal für ein junges Unternehmen. Auch persönlich ist es wahrscheinlich eine ordentliche Belastung.

MW: Wichtig ist es, abschalten zu können. Wobei ich die Gedanken an unsere Arbeit meiner Freizeit mehr als kreative Note empfinde, nicht als Belastung. Und das Abschalten habe ich noch während der Entwicklungsarbeit an der Hochschule gelernt und kann es jetzt weiter anwenden.

DW: Sie behandeln ein hoch innovatives Thema, formen die Zukunft unserer Technik. Was streben Sie dabei an – ausschließlich Erfolg als Geschäftsmann oder möchten Sie Ihr eigenes Kapitel in der Geschichte der Elektromobilität schreiben?

MW: Ich fände es schön, wenn wir etwas dazu beitragen könnten, die Entwicklung der Elektromobilität anzukurbeln. Und als Unternehmer muss ich natürlich auch Gewinn erzielen.

DW: Nicht jeder ist der Meinung, dass die Elektromobilität die Zukunft der Automobilität ist. Glauben Sie daran?

MW: Unter anderem auch das.

DW: Lassen Sie es uns doch konkretisieren. Glauben Sie, dass wir uns in den nächsten 20 Jahren überwiegend mit Hilfe von Elektromotoren bewegen werden?

MW: Überwiegend ja.

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