Verrücktes Hobby 1. Fleck ist nicht gleich Fleck

Kaffeeflecken_fotografieren

Der Fleckensammler

Der Protagonist dieser Geschichte hat nun ein seltsames Hobby. Er ist  Kaffeeflecken hinterher. Und ganz einfach ist das nicht, denn in Frage kommen nur die Flecken, die auf wichtigen Dokumenten hinterlassen wurden.

Am Anfang war der Hobbyist sehr fleißig und machte Fotos von allen Flecken, die durch andere Menschen auf allen möglichen Oberflächen aus Versehen hinterlassen wurden. Sich selbst hatte er dabei ausgeschlossen – wer weiß, vielleicht wäre er beim Kaffeetrinken unterbewusst doch schlampiger gewesen, um seine Kollektion schneller zu bereichern.

Dann aber machte er es sich spannender, indem er ausschließlich die Kaffeeflecken auf Dokumenten unter die Lupe nahm. Er erstellte eine Liste von Papieren, welche für sein Hobby in Frage kämen. Und auch von den besonders begehrten Dokumentenarten, welche er in seiner Kollektion noch nicht hatte.

Befleckter Scheidungsantrag

Das war das erste anspruchsvolle Ziel, das sich unser Macher gesteckt hatte. Ein begehrtes Exemplar. Nur – wie kommt man zu so einem Dokument? Das muss ja ein Riesenzufall sein. Doch wenn man etwas wirklich will und genug Geduld hat, dann bekommt man früher oder später seine Chance. Nicht nur Glück, sondern auch Zeit spielen dabei eine große Rolle.

Leider hat der Sammler nicht alle Zeit der Welt. Er braucht neben Glück also auch eine gute Strategie.

Auf der Hand liegt die Möglichkeit, sich im Bekanntenkreis umzuhören, ob sich jemand gerade scheiden lässt oder das bereits getan hat.  Ziemlich aufwändige Arbeit, doch gerade das macht aus einem Hobby eine spannende Sache: der Weg zum Ziel.

Nach Befragung von ca. 25 Bekannten, die wiederum ihre Bekannten fragen, hat sich die Zielgruppe auf ungefähr 130 Personen erweitert. Zwölf von ihnen haben die gesuchten Unterlagen zu Hause – alle in sauberem Zustand, ohne irgendwelche Flecken.

Erst als unser Protagonist seine Suche auf 400 Personen erweitert, findet er letztendlich einen Antrag mit einem alten kleinen Kaffeefleck und bekommt die Erlaubnis vom Eigentümer, diesen zu fotografieren (die Namen mit einem schwarzen Papierstreifen abgedeckt).

Heute befinden sich in der Kollektion vom Fleckensammler insgesamt 47 befleckte offizielle Dokumente. Davon gibt er nur sieben Dokumentenarten preis. Besonders stolz ist er auf eine alte Begnadigung aus dem 18. Jahrhundert.

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